Ingeborg Höverkamp wurde 1946 in der Oberpfalz geboren, veröffentlicht seit 1988 Lyrik und Prosa in Anthologien. 1991 erhielt sie eine Auszeichnung durch den Freien Deutschen Autorenverband. 1994 erschien ihre Biographie der fränkischen Schriftstellerin Elisabeth Engelhardt. Im September 1997 erschien ihr erster Lyrikband: "Mondstaub". Sie hat aus beiden Werken im Blumenorden bereits gelesen. Im Dezember 1997 wurde sie mit dem neu gestifteten Elisabeth-Engelhardt-Preis des Landkreises Roth ausgezeichnet. Aufgenommen 1. Juni 1998.
2001 erschien im Thesaurus Verlag, Frankfurt am Main, die Anthologie "Seitenwechsel" des Freien Deutschen Autorenverbandes, Landesverband Hessen e.V. (ISBN 3-9806635-0-1). Darin finden sich auf S. 70 ff. folgende zwei Gedichte Ingeborg Höverkamps:
Das Lied vom Leben
Spielt
spielt mir das Lied
vom Leben
Werft Holunder
in meine offene heiße Hand
Lasst Sonne in meine Augen
die ihr so lange
mit schwarzen Tüchern
verhülltet
bis tief
in mein moosdunkles Herz
Denn auferstanden bin ich
von den Toten
und tanzen lachen singen
will ich
auf dem Drahtseil
das ihr
über den Abgrund spanntet
und vergessen will ich
dass es einen Abgrund gibt
und nicht vergessen will ich
den Tanz auf dem Drahtseil
und eines Tages
werdet ihr glauben
in meinen Augen tanzen
silberne Perlen
Liebe trägt
Wie aber kann ich
ans andere Ufer
gelangen
das wolfsfreie
das Sternenufer
Dort
am anderen Ufer
laden Orpheus und Eurydike
zum Gastmahl
Hand in Hand
gehen wir über die Wasser
die fischreichen die silbernen
Und mit den ersten Klängen
der Lyra
fällt von uns ab
die irdische Hülle
aus gebranntem Ton
Der Atem des Windes
nimmt den Schleier
uns von den Augen
den erdblinden
den unwissenden
die aufbrechen
wie Knospen
wenn ihre Zeit gekommen ist
Mit dem Wissen der Rosen
reden wir
in der Sprache der Sterne
der reinen der wahren
der Sprache mit dem Kristallglanz
die befreit ist
von allen Dornenkronen
allem Schlick und Morast
der Sprache der Tauben
und Palmzweige
der Sprache der Psalmen
der Sprache der Kinder